EIN TREFFEN AUF HÖCHSTER EBENE

Treffen des deutschen Förderbeirats mit Ministerpräsident Vladimir V. Putin in Dresden am 16. Januar 2009. Betr.: Neues Föderales Zentrum für Kinderhämatologie, -onkologie und –immunologie in Moskau

Der deutsche Förderbeirat ist ein Experten - Gremium, welches die russische Seite in der Ausrichtung des neuen Föderalen Zentrums für Kinderhämatologie, -onkologie und –immunologie in Moskau in Struktur und personeller Besetzung berät. 

Seine Ziele, wie die Verbesserung der Ärzteausbildung in Russland, überschneiden sich vielfach mit denen der Stiftung TRANSAID.

Ministerpräsident Putin hatte Mitglieder des deutschen Förderbeirats zur Begehung des seit August 2008 im Bau befindlichen Zentrums am 25. Dezember 2008 nach Moskau eingeladen. Die deutschen Teilnehmer konnten jedoch wegen des eingeschränkten Flugverkehrs zu den Feiertagen nur ein Etappenziel, den deutschen Abgangsflughafen, erreichen.

Das Gespräch in Dresden fand auf Einladung des russischen Ministerpräsidenten statt. Ort des Treffens: Taschenbergpalais.

Teilnehmer:

S.E Vladimir V. Putin, Ministerpräsident der Russischen Föderation
S.E Vladimir V. Kotenev, Botschafter der RF in Deutschland
Prof.Dr. Alexander G. Rumjanzev, ärztlicher Direktor des neuen Zentrums
Dr. Galina Novitschkova, Oberärztin am neuen Zentrum

Mitglieder des deutschen Förderbeirates:

Dr. Andrea von Knoop, Moskau
Dr. Bassam Helou, 1. Vorsitzender Stiftung TRANSAID
Dr. Alexander Brenner, Berlin
Dr. Martin Friedrichs, Sprecher, Hamburg

Herr Siforow, amtlicher russischer Dolmetscher

Russische Medien mit Presse und Fernsehen
                                                _
        
In seiner Begrüßung hob der Ministerpräsident die Notwendigkeit des Zentrums in seinem Lande hervor, das mehr Kindern als bisher Rettung und Heilung zuteil werden lassen soll, und zwar in der schon seit fast 20 Jahren bewährten Zusammenarbeit mit deutschen Ärzten und Einrichtungen. Er wünsche sich ein Zentrum von internationalem Rang in enger Kooperation mit deutschen Partnern.
Er wiederholte die Zusage der Finanzierung des Projektes bis zur Fertigstellung und Eröffnung am 1. Juni 2011, dem Tag des Kindes in Russland.

Der Sprecher des Förderbeirates bedankte sich im Namen aller Mitglieder für die Einladung zu dem Gespräch und betonte, dass dieser schon jetzt mit den Vorbereitungen für die Eröffnung des Zentrums beginne, um das ärztliche wie medizinisch-technische Personal auf die zukünftigen Aufgaben in der Anwendung moderner und bisher nicht vorhandener diagnostischer und therapeutischer Methoden aus- und weiterzubilden.

Es wurde vorgeschlagen, dass das Zentrum Kandidaten für die einzelnen Fachbereiche benennt, die an deutschsprachigen universitären und institutionellen
Einrichtungen weiter- und fortgebildet werden sollen. Professor Rumjanzev schlägt insgesamt 50 Ärzte in 3 Jahren vor, dazu kommen etwa 10 Personen aus dem medizinisch-technischen Bereich, die vor allem mit den neuen Hochtechnologien, insbesondere Röntgendiagnostik, Strahlentherapie, Histopathologie und Labormedizin einschl. Molekulargenetik vertraut gemacht werden sollen.

Zudem ist vorgesehen, dass mit der Inbetriebnahme des Zentrums erfahrene
deutschsprachige Kliniker und Forscher nach Moskau kommen und die Leitung einiger spezieller Abteilungen des Zentrums übernehmen, um vor allem die klinische Arbeit der verschiedenen Fachdisziplinen zu koordinieren und Ihre Erfahrungen aus der langen beruflichen Tätigkeit an die jüngeren Kolleginnen und Kollegen weiter zu geben. Besondere Aufmerksamkeit soll der pathologischen Befundaufbearbeitung  
gelten, aber auch der Kinderradiologie in Diagnostik und Therapie. Ein weiteres Gebiet betrifft die Krankenhaushygiene und die Aufwertung des pflegerischen Bereiches mit einer erfahrenen Pflegedienstleitung. In kleineren Arbeitsgruppen mit internationaler Beteiligung sollen Leitlinien für einzelne seltene Krankheitsbilder erstellt werden.

Die Erarbeitung dieser  Standards für Diagnose und Therapie ist für alle Krankheitsgruppen zwingend. Genauso wichtig ist eine  transparente Organisation und Verwaltung aller Fachbereiche der Klinik und der theoretischen Abteilungen.
Nicht zuletzt soll auch der Bereich der klinischen wie auch der Grundlagenforschung durch Einbindung an deutsche Institutionen und Gesellschaften gefördert werden.

Ziel ist  auch, das  neue Zentrum mit allen Bereichen nach europäischen Standards zertifizieren zu lassen.

Vorgestellt wurden in Kürze die deutschsprachigen Einrichtungen und Institutionen, die wir für diese Aufgabe gewonnen haben oder gewinnen wollen.

Erklärungen einiger Mitglieder des Förderbeirates zu den fachlichen Qualifikationen der russischen Kolleginnen und Kollegen und ihrer hochmotivierten und qualifizierten
Tätigkeit fanden beim Ministerpräsidenten ein offenes Ohr.

Herr Putin zeigte sich erfreut über die angekündigte Zusammenarbeit an diesem von ihm im Sept. 2005 angestoßenen Gemeinschaftsprojekt. Er zeigte sich in allen Einzelheiten des Projektvorhabens bestens informiert und interessiert. Das Gespräch fand in einer sehr zugewandten und gelösten Atmosphäre statt. Es endete kurz vor Mitternacht nach gut 45 Minuten.

Zu guter Letzt konnte ich Ministerpräsident Putin auf ein weiteres deutsch-russisches Projekt aufmerksam machen, das auf die Früherkennung von Brustkrebs abstellt. Herr Putin zeigte sich daran sehr interessiert.

Die Aufzeichnung des Gespräches wurde in  mehreren russischen TV-Kanälen wiedergegeben. Uns erreichten bereits am Morgen des 17. Januar Anrufe aus Moskau und anderen Ländern der GUS mit Berichten über die Ausstrahlung.


Martin Friedrichs

Hamburg, am 19. Januar 2009

Für weitere Bilder klicken Sie bitte hier...

Transaid Stiftung verleiht Fritz-Lampert-Preis 2015

  Am 20. November 2015 hat die Transaid –...

Fritz-Lampert-Preis - Ausschreibung 2014

Der "Fritz-Lampert-Preis" ist ein...

Besuch von Tour der Hoffnung

Am 30. Januar 2014 erhielt Transaid den Besuch...

Kooperations - Vereinbarung mit der Stiftung "Schenke Leben"

Die Stiftung TRANSAID hat mit der russischen...

ARCHIV